Liza – eine liminale Reise UA

Klangteppich. Festival für Musik der iranischen Diaspora IV

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Deutschland 1968: in der jungen Bundesrepublik protestieren tausende Studierende gegen alte Nazigrößen an den Schaltstellen der Macht, in Kulturinstitutionen und an den Hochschulen, für eine Neuordnung der Gesellschaft. Die Revolte bewirkt einen beispiellosen politisch-kulturellen Umbruch. Elisabeth Agnes Preis (*1936) aber entscheidet sich, Deutschland zu verlassen, für ein Leben im autoritären Regime Iran unter Schah Mohammed Reza Pahlavi. Im August 1968 fährt sie mit ihrem Ehemann Seyed Kazem Hanafi Yazdi (*1933) und ihrem gemeinsamen, achtjährigen Sohn Thomas mit dem Auto von Wuppertal über St. Lorenz und Graz in Österreich, Zagreb und Belgrad in Jugoslawien, Sofia in Bulgarien, Istanbul, Ankara, Samsun und Erzurum in der Türkei über Täbris und Karaj nach Teheran. Sie eröffnet  einen Laden für Naturkost und verbringt bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 nur noch Urlaube in Deutschland.

Der Klangkünstler Shaahin Peymani ist Enkel von Elisabeth Agnes Preis. Er hat ihr Reisetagebuch von August 1968 gefunden, in dem sie die Route, Aufenthaltsorte, Begegnungen mit Fernfahrern, „Gastarbeitern“ und Weltenbummlern, die Mahlzeiten und auf der Fahrt angestimmte, deutsche Schlager beschreibt. Die Reise seiner Großmutter ist Grundlage für ein elektroakustisches Werk, das er gemeinsam mit der Cellistin Judith Hamann und dem Klarinettisten Florian Bergmann erarbeitet und bei Klangteppich IV uraufführt.

Shaahin Peymani Klangkunst, Judith Hamann Cello, Florian Bergmann Klarinette

Festivalprogramm


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Liza – a liminal journey

Germany 1968: in the young Federal Republic, thousands of students protest against old Nazi bigwigs in the halls of power, in cultural institutions and at universities, for a reorganization of society. The revolt causes an unprecedented political and cultural upheaval. Elisabeth Agnes Preis (*1936), however, decides to leave Germany for a life in the authoritarian regime of Iran under Shah Mohammed Reza Pahlavi. In August 1968, she travels by car with her husband Seyed Kazem Hanafi Yazdi (*1933) and their eight-year-old son Thomas from Wuppertal via St. Lorenz and Graz in Austria, Zagreb and Belgrade in Yugoslavia, Sofia in Bulgaria, Istanbul, Ankara, Samsun and Erzurum in Turkey via Tabriz and Karaj to Tehran. She opens a store for natural food and spends only vacations in Germany until her death in 2002.

The sound artist Shaahin Peymani is the grandson of Elisabeth Agnes Preis. He has found her travel diary from August 1968, in which she describes the route, places of stay, encounters with long-distance drivers, "guest workers" and globetrotters, meals and German pop songs sung on the journey. His grandmother's journey is the basis for an electroacoustic work that he is developing together with cellist Judith Hamann and clarinetist Florian Bergmann and will premiere at Klangteppich IV.

Shaahin Peymani sound art, Judith Hamann cello, Florian Bergmann clarinet

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Klangteppich. Festival für Musik der iranischen Diaspora IV

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