Filmessay, Vortrag, Diskussion

Die Untoten und ihre Kinder

Über das gefühlte Fortleben des Nationalsozialismus

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Wie reicht das Schweigen über den Nationalsozialismus in Täter*innen-Familien bis in unsere Gegenwart hinein? Wie strukturiert es unser Fühlen und Handeln? Und wie korrespondiert es mit der offiziellen Erinnerungskultur und dem enthemmten völkischen Nationalismus und Antisemitismus dieser Tage? Wie können wir bei aller Schlussstrich-Mentalität aus den dunklen Schatten der Vergangenheit heraustreten so dass „Auschwitz nicht noch einmal sei“ (Adorno). Anhand von Interviews mit ihren Familien beschäftigen sich KGI: Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten in einem einstimmenden Film-Essay, der durch zwei Vorträge der Sozialpsychologen Dr. med. Peter Pogany-Wnendt und Dr. Markus Brunner gerahmt wird, mit ihren verdrängten und unbewussten nationalsozialistischen Gefühlserbschaften. Brunner beschäftigt sich in seinem Vortrag damit, wie sich durch Abwehr die Verheißungen des NS in Form von Gefühlserbschaften bis in die Gegenwart bewahren konnten, während Pogany-Wnendt sich mit dem Umgang mit diesen Gefühlserbschaften im Dialog zwischen Nachkommen der Opfer und Täter:innen auseinandersetzen wird. 

Der Abend zeigt das erste Recherche-Ergebnis für KGIs neue Theaterproduktion “Ur-Heidi”, die Anfang 2022 im tak in Kreuzberg zu sehen sein wird. Dort beschäftigen sich KGI vor der Folie des legendären Heimat-Mythos Heidi mit Ursprungsmythen und Großeltern-Kind Beziehungen.

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