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Kassia

& THE NEW ISTANBUL CONVENT / OPERA - TION

Zoom

EINE DIGITALE KONFERENZ SERIE VON KAINKOLLEKTIV, BURAK OZDEMIR & MUSICA SEQUENZA, FRAUENMUSEUM ISTANBUL, PRACOWNIA KURATORSKA & - POLEN - & , TAK THEATER AUFBAU KREUZBERGBERLIN & KAMPNAGEL HAMBURG SOWIE VERSCHIEDENEN UNIVERSIATEN

Die Komponistin, Dichterin & byzantinische Äbtissin KASSIA, die im 9. Jahrhundert in Konstantinopel lebte, gilt als erste europäische Komponistin, deren musikalische Werke überliefert worden sind und bis heute eine wichtige musikgeschichtliche Rolle spielen. Kassia war eine emanzipierte Frau. Sie wagte es, Kaiser Theophilos von Konstantinopel während der für ihn organisierten „Brautschau“ mit theologischem Scharfsinn entgegenzutreten. Sie wollte nicht heiraten und gründete mit ihrem Vermögen in Konstantinopel ein Frauenkloster. In ihrer selbstbestimmten Lebensgestaltung erscheint Kassia als eine Art urfeministisches Role Model. Diese „Powerfrau“ nehmen kainkollektiv und der türkisch-deutsche Komponist Burak Özdemir zusammen mit Ensemble Musica Sequenza als Ausgangspunkt für eine (post-)feministische Oper – den SONGS OF CARE(VOLUTION) –, die in Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum Istanbul sowie Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen und Künstlerinnen aus Deutschland, Polen, der Türkei und weiteren Ländern (des globalen Südens) im kommenden Jahr zwischen Berlin, Istanbul, NRW, Krakau und Warschau entstehen wird. 

Eingebunden ist die Performance in eine zugleich analoge wie digitale Konferenz inklusive Online- Ausstellung, mit der das Projekt explizit einen Beitrag zur aktuellen feministischen Debatte leisten soll. Es ist ein deutliches Zeichen der Solidarität und des Widerstandes, angesichts der Ablehnung der Istanbul- Konvention für Frauenrechte durch die Regierungen in Polen und der Türkei. Von September bis Oktober 2021 entsteht eine fünfteilige analog-digitale Konferenz-Serie, mit Speaker*innen aus Polen, Deutschland, Türkei, Iran, Kamerun, Südafrika etc. und in konkreter Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum Istanbul in der Leitung von Meral Akkent, Zuzanna Berendt und Anna Majewska vom kuratorischen Kollektiv Pracownia Kuratorska aus Krakau und Universitäten aus Deutschland, Polen und der Türkei sowie der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Goethe Institut Krakau & dem Goethe Institut Istanbul.

Alle Komponenten des Kassia-Projektes greifen die aktuellen feministischen Debatten und Diskurse in verschiedenen Ländern auf, die sich derzeit in Form riesiger Demonstrationen und Frauen-Streiks, aber auch in kleinen Initiativen zwischen Wissenschaft, Aktivismus, Sorge-Arbeit und Kunst manifestieren, und verbinden sie mit den Themen und der Kunst- und Sorge-Arbeit Kassias. Es geht insbesondere darum, aktuellen (feministischen) Initiativen, Diskussionen und Akteur*innen ein Forum zu bieten, um sich zu vernetzen und eine Art „Map of Action For A Feminist Future“ zu entwickeln. Ziel der NEW ISTANBUL CONVENT(ION) in Referenz zu Kassias mittelalterlichem Frauenkloster ist ein hybrides, digital-analoges Format zwischen Wissenschaft, Kunst und Aktivismus, in dem sich neue Narrative einer (post-)feministischen Zukunft spinnen und entwerfen lassen. Mit Künstler*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Studierenden aus Polen, Deutschland, der Türkei und in Verschwisterung mit Mitstreiter*innen und Kompliz*innen bereits bestehender internationaler Netzwerke aller Kooperationspartner*innen , stiftet das KASSIA-Projekt einen Dialog, der sich über Länder- und Fachgrenzen hinweg öffnet: ein interdisziplinäres Netzwerk zwischen Kunst, Musik, Aktivismus und Wissenschaft und einen ästhetischen und kreativen Raum für Themen wie Feminismus, Gendergerechtigkeit und Sorge-Arbeit, deren Schutzpatronin Kassia ist.

Die Serie soll sich konkret entlang der folgenden Panels/Folgen realisieren, in denen ästhetische/künstlerische Präsentationsformen (Lecture Performances, Online-Konzerte) auf wissenschaftliche Expert*innen, Researchers und Publikumsdiskussionen treffen. Sie entwerfen darin einen gedanklichen und politischpoetisch- theoretischen Raum, der von Kassias eigenen Gedichten aus dem 9. Jahrhundert bis zu Donna Haraways Cyborg-Manifest und den aktuellen Positionen in den Gender Studies reicht – und wieder zurück, ganz im Geiste eines Zitates, das aus einem von Kassias Gedichten stammt: „Ich hasse das Schweigen, wenn es die Zeit ist zu reden. / Ich hasse den, der sich stets konform gibt. / Ich hasse den, der nicht jedermann mit. Worten ermutigt. / Ich hasse den, der ohne Prüfung spricht. / Ich hasse den, der ohne Wissen lehrt.“

KASSIA KONFERENZSERIE HERBST 2021

1. 09. September: KASSIA AND THE FALLEN WOMEN. EINE LECTURE PERFORMANCE ALS

OVERTURE DER KONFERENZ ! SERIE

Host: Deutschland, kainkollektiv & friends

2. 23. September: FEMINIST WORK. THINKING THROUGH METHODS, FIELDS AND CONDITIONS

Host: Krakau: Pracownia Kuratorska

3. 30. September: THE RECEPTION OF KASSIA

Host: Turkey/Sweden: Swedish Research Institute in Istanbul

4. 14. Oktober: KASSIA – THE FEMALE COMPOSER

Host: kainkollektiv / mit Havle Kadın Dernegi, Sabancı University Gender and Women's Studies Center of Excellence

5. 21. Oktober: ON SPEAKING & BEING. FEMALE SPACES OF LANGUAGE

Host: kainkollektiv / mit Mirjam Schmuck (kainkollektiv), Mithu Sanyal, Kübra Gümüsay und Lydia Ziemke

(suite42)

6. 23. - 24. Oktober: KASSIA – THE NEW ISTANBUL CONVENTION: ACT LIKE YOU CARE!

Zusammenfuehrung aller Akteur/innen.

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