Berlin-Premiere

EST-CE UN HUMAIN? // IST DAS EIN MENSCH? // IS THIS A HUMAN?

Live Performance und live Stream auf Deutsch, Englisch und Französisch

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In den Stürmen der Gegenwart, irgendwo zwischen Pandemie, Klimakrise und dem Virus des Rassismus, dessen koloniale Erbschaft noch immer die Köpfe und Herzen der Menschen vergiftet, ist die alte Arche Noahs auf ihrer Mission, die Schöpfung sicher durch die planetare Sintflut zu bringen, auseinander geflogen und gestrandet. Nur ihr Steuermann und die Band der Arche, die wie beim Untergang der Titanic nicht zu spielen aufhört und die Reise/Phantasien auch nach dem Schiffsbruch weiter befeuert, sind noch da. Doch der Rest der Mannschaft, letzte Botschafter*innen der irdisch/menschlichen Gattung kurz vor deren Kollaps, ging unterwegs verloren, wurde in alle Winde zerstreut, ist nicht mehr zu sehen. In einem großen Performance-Ritual irgendwo zwischen Straßen-Tanz-Theater und Weltraum-Oper machen sich die Band und ihr Steuermann daher daran, den Kontakt mit den über den Globus Verstreuten wieder herzustellen, ihre Anwesenheit hier und jetzt in Form von szenischen, choreographischen, musikalischen (Video-)Hologrammen heraufzubeschwören und dafür zu sorgen, die Arche wieder flott zu kriegen und die Mannschaft auf ihr neu zu versammeln. Denn die Reise ist noch nicht zu Ende. Und die Schöpfung längst nicht gerettet, solange keine „neue Menschheit“ in Sicht ist, die sich zu einem echten HOMECOMING bekennen würde – einer Instandsetzung des einzigen (Raum-)Schiffes, das uns im All zur Verfügung steht: Gaia, das Mutter-Schiff unserer kosmischen Expedition.

Das Projekt IST DAS EIN MENSCH, das in einer mehrjährigen Kollaboration zwischen kainkollektiv, der Zora Snake Compagnie (Kamerun) und Njara Rasolomanana (Madagaskar) entsteht, startete 2018 im Kontext des kamerunischen Tanz- und Performance-Festivals MODAPERF, landete 2019 in der Hauptstadt Madagaskars Antananarivo im Rahmen des dortigen BATTLE4PEACE-Festivals zwischen und hätte im vergangenen Jahr im Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim beinah seine Premiere gefeiert.

Doch dann kam die Pandemie dazwischen, stoppte den Endproben-Prozess und trieb das Ensemble auseinander – auf eine unabsehbare und dramatische (Rück-)Reise. Und so wagt sich die IST DAS EIN MENSCH-Equipe nun, da die Pandemie noch immer die globale Realität bestimmt und das Reisen weiterhin in vielerlei Weisen verunmöglicht – etwa durch die Unmöglichkeit, für die Kolleg*innen aus den afrikanischen Ländern Visa zu bekommen – an ein hybrides Theater-Experiment. In einer Outdoor-Live-Performance von Teilen des Ensembles im Ringlokschuppen Ruhr im Rahmen des ARK Mülheim Festivals entsteht im Dialog mit Video-/Film-Sequenzen der nicht anwesend sein könnenden Künstler*innen eine globale Live-Streaming-Produktion, die Räume, Zeiten und (mediale) Dimensionen zusammenführt.

Vier Theater – namentlich der Ringlokschuppen Ruhr, das FFT Düsseldorf, Kampnagel Hamburg und das tak Theater Aufbau Kreuzberg Berlin – streamen die Produktion gemeinsam und schicken die Arche zusammen auf eine erneute Reise. Doch nicht mehr Noah ist jetzt ihr Steuermann, sondern sein Sohn Cham, den Noah einst verflucht hatte – und in seinem Namen auch jenen Teil der Menschheit, der im kolonialen Verständnis seither als „Schwarz“ gilt. In IST DAS EIN MENSCH bricht Cham mit einer Band und einer (virtuellen) Mannschaft darum mit der Arche seines Vaters erneut auf, um dessen gewaltsames Erbe endgültig zu verlassen und die Arche durch die Krisen und Stürme der Gegenwart zu navigieren: auf der (afrofuturistischen) Suche nach einer neuen Idee der Schöpfung, mithin als planetares HOMECOMING einer „neuen Menschheit“.

Premiere:
02. Juni 2021, 21 Uhr / Live Stream aus dem Ringlokschuppen Ruhr Weitere Vorstellung: 04. Juni 2021, 21 Uhr / Live Stream aus dem Ringlokschuppen Ruhr

Live Streams auf:
www.kainkollektiv.de
www.fft-duesseldorf.de
www.kampnagel.de
www.tak-berlin.de

und im Rahmen des Ark-Festivals vom Ringlokschuppen Ruhr auf www.dringeblieben.de

Von und mit: Abdoulaye Abdoul Oumate, Alexandra Tivig, Armin Leoni, Calvin Yugye, Catherine Jodoin, Edith Voges Nana Tchuninang, Fabian Lettow, Fanny Clementine Abega, Florian Lauss, Hannah Busch, Jonas Wiese, Mariette Nancy Nko, Michael Bohn, Michael Wolke, Mirjam Schmuck, Marie Siekmann, Nicolas Fionel Moumbounou, Kerstin Pohle, Nils Voges, Njara Rasolomanana, Patrick Ravelomanantsoa, Pélagie Alima, Phillip Bille, Rasmus Nordholt, Valery Ebouele, Wilfried Lekemo Nakeu, Zora Snake

Eine Koproduktion vom Ringlokschuppen Ruhr, FFT Düsseldorf, tak Berlin und Kampnagel Hamburg. Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes, durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, durch das Goethe Institut Kamerun, das Goethe Center Madagaskar, im Rahmen der IKF Förderung des Goethe Instituts, die Kunststiftung NRW und das NRW KULTURsekretariat. Die digitale Version ist gefördert vom Sonderförderung Digitale Performance und Livestream der Kunststiftung NRW.

Auf Juni verschoben

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