Dramatische Republik

Der Koffer

Dramatische Republik

Zoom

Der Vater des Protagonisten Fransoua Jako wurde im KZ ermordet, die Mutter lehnte jedes Gespräch darüber ab. Das Trauma wurde
weniger durch das Gesagte als vielmehr durch das Ungesagte auf die Psyche der „Second Generation“ übertragen. Fransoua will lange nichts vom Schicksal seines Vaters wissen, aber im hohen Alter stellt er sich seinen Verdrängungen. Die Stücke der vielfach aus-
gezeichneten, polnischen Autorin Malgorzata Sikorska-Miszczuk wurden in Deutschland noch nie gespielt. In DER KOFFER fragt sie
mit Intelligenz und jüdischem Humor nach den Möglichkeiten, von der Shoah zu erzählen. Der Erzähler des Stücks zögert, denn er will
seinem Publikum diese Geschichte nicht zumuten. Er weiß, das Publikum erwartet etwas Unterhaltsames oder zumindest etwas Lehrreiches, etwas Erbauendes, aber die Inhumanität des industriellen Völkermords ist kaum darstellbar und nicht konsumierbar, denn in letzter Konsequenz würde man dabei verrückt werden, wie die Museumsführerin.

Gefördert durch das europäische Text- und Autorenaustauschprogramm „Fabulamundi
Playwriting Europe“

Regie Rolf Kemnitzer

Neue Dramatik aus Polen

Tickets

  • Normal 10,00€
  • Ermäßigt 5,00€
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